[10.10 — 24.10] 2026
Strukturder Berührungen
Musikalische Performance zur Eröffnung: Entlang der Nähte gleiten von Dmitry Burtsev
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NAHT bringt zehn künstlerische Praktiken in fünf Konstellationen zusammen. Je zwei Arbeiten oder Werkgruppen werden einander zugeordnet, ohne zu einer gemeinsamen Arbeit zu werden. Die Verbindung entsteht in dem, was zwischen ihnen liegt: Distanz, Maßstab, Licht, Höhe, Klang, Blickrichtung und Bewegung.
Die fünf Paare folgen keiner einheitlichen Form. Manche nähern sich einander bis an die Grenze der Übereinstimmung, andere bleiben auf Abstand. Eine Beziehung kann unmittelbar sichtbar sein oder sich erst beim Wechsel der Perspektive herstellen. Nähe bedeutet dabei nicht Ähnlichkeit. Die Ausstellung setzt unterschiedliche künstlerische Sprachen in Beziehung, ohne ihre Differenzen aufzulösen.
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Auch die Zusammensetzung der Ausstellung folgt dem Prinzip der Differenz. Die beteiligten Künstler:innen gehören verschiedenen Generationen, künstlerischen Kontexten und biografischen Erfahrungen an. Malerei, Objekt, Installation, Video, Sound und Performance treffen aufeinander, ohne unter einer gemeinsamen formalen Sprache zusammengeführt zu werden.
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Der Dialograum Kreuzung an St. Helena ist dabei nicht lediglich Ausstellungsort. Die 1960 errichtete modernistische Kirche wird selbst Teil der kuratorischen Struktur. Vertikale und horizontale Achsen, Empore, Akustik, Licht, Zentrum und Peripherie greifen unmittelbar in die Anordnung der Arbeiten ein.
Für Experimental Field ist die Arbeit mit einem konkreten Ort eine zentrale künstlerische und kuratorische Methode. Eine Ausstellung wird nicht nachträglich an einen Raum angepasst, sondern entwickelt sich aus der Begegnung zwischen Arbeiten, Architektur und den Bedingungen eines Ortes. NAHT setzt diese site-specific Praxis fort.
Eine besondere räumliche Situation bildet die Empore von St. Helena. Hier befand sich die Klais-Orgel, die 2007 demontiert wurde. Das Instrument ist verschwunden, sein architektonischer Ort ist geblieben. Zugleich wurde und wird St. Helena in unterschiedlichen Formen musikalisch genutzt. So überlagern sich im Raum verschiedene Zustände von Klang und Abwesenheit, Nutzung und Leerstelle. NAHT rekonstruiert diese Geschichte nicht, sondern nimmt ihre Spuren als Teil der gegenwärtigen Architektur auf.